|
Der Neubrandenburger Fotograf Bernd Lasdin verwirklicht seit über zwei Jahrzehnten ein
außergewöhnliches Kunstprojekt: Porträtfotografie als eine Sozialgeschichte in Bild mit
Selbstkommentaren. Die Bildserien „Zeitenwende“ (1987 – 1997), „Westzeitstory“ (1990-1999), „Rückkehr der Familien“ (2001), „Jenseits des Wohlstands“ (2002),„Jeder Mensch ist ein Mensch“(2003) und „Jugend“-Made in Germany (2004), "Zeitwenden" (2009) und "Doppelbett" (2010) geben schon jetzt sowohl ein gültiges Bild der Deutschen wie auch ein Bild der Zeit, weit über den Moment hinaus.
 | Während August Sander Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts zuvörderst als Vertreter eines Berufsstandes porträtierte, pendelt Lasdins Werk zwischen Ost und West, Arm und Reich, Oben und Unten, Hetero- und Homosexuell. Lasdins Lichtbilder in den genannten Fotobänden sind in ihrer Verquickung von künstlerischem Bild und persönlicher Aussage, Bildaufbau und Ausstrahlung ausgemachte Kunststücke. So berührt der Künstler seine Leser in seinen Publikationen mit dem Zauberstab des Authentischen, schenkt seinem Publikum moderne Genreszenen verschiedener Schichten und Gruppen der deutschen Gesellschaft. In der Stille wächst mit des Fotografen Fleiß, Beharrlichkeit und Können ein Riesenwerk, das mehr als ein Stück Zeitgeschichte ist. Dr. Jürgen Tremper |
|